Freitag, 27. Mai 2016

Ich bin eine Glucke, oder?

Ich bin ehrlich: Ich bin eine Glucke, ein Angsthase, eine Beschützerin... wenn es um meine kleine Lotte geht. In Mamikreisen heißt es seit einiger Zeit auch Helikopter-Eltern.
Passt irgendwie - auch wenn ich Stempel hasse. Schubladendenken ist so gar nicht meins.

Denn eigentlich bin ich ICH, die Lotte-Mama, mit eigenen Eigenarten und Schrullen.

Ich bin die, die ihr Mädchen verwöhnt, abknutscht und kuschelt. Ich kann auch die sein, die streng mal Nein sagt. Die, die nicht gern kocht - Füße hochlegt...

Aber ich bin immer die, die an ihre Lotte denkt. Fürsorglich ... besorgt. Und ja manchmal auch ängstlich ist.

Heute stand ein Zoo-Besuch mit Lottes Krippen-Erzieherinnen an. Es sollte nach Bremerhaven in den Zoo gehen. Eine 1,5- stündige Busfahrt dorthin inkl. und natürlich zurück.

Seit Wochen machte ich mir schon Gedanken, ob ich Lotte da wirklich mitfahren lassen soll. So weit weg, ohne Eltern, im Zoo, wo so viele Menschen sind. Klar, drei Erzieherinnen fuhren mit, die sich in der Krippe liebevoll um sie kümmern. Aber trotzdem war da dieses komische Gefühl. Und dann die Busfahrt. Was kann da nicht alles passieren?

Aber das musste ich alles verdrängen, denn mir ist bewusst: Lotte wird ihren Spaß haben. Der letzte große Ausflug mit ihren Krippen-Kameraden bevor es nach den Ferien in den Kindergarten geht.

So lieferte ich sie also heute morgen ab. Und ließ mich auf der Arbeit auch schnell ablenken. Und schwupps war es 14 Uhr, Lotte-Papa schrieb, dass unser Kind wohl behalten wieder Zuhause ist. Also alles gut gegangen.

Und manchmal wünsche ich mir dann, dass Lottchen mal woanders ist, zu wenig Zeit haben Lotte-Papa und ich gemeinsam. Wir als Paar haben uns kaum noch. Erst ein einziges Mal hat Lotte auswärst übernachtet.

Wie gut, dass meine Eltern vergangene Woche anboten, dass Lottchen bei Ihnen übernachten kann. Denn so langsam sind meine Akkus leer - Arbeitsreiche Wochen, harte Gartenarbeit und schlaflose Nächte lagen hinter uns. Besserung ist irgendwie gerade auch nicht in Sicht.

So machten wir uns dann am Samstag auf in Richtung Heimat.
Lotte packte fleissig ihre Reisetasche.



Die Hunde beobachteten das Treiben - geheuer war ihnen das nicht.


Ich glaube, dass sie merkten, dass Lotte auf Reisen geht.

Bei Lottes Großeltern angekommen wurden erstmal die Katzen begrüßt.


Und dann ging es an die Nähmaschine



und Lottchen durfte malen.


Im Garten wurden wir mit Leckereien verwöhnt



und es wurde gegrillt.



Es wurde ganz viel Blödsinn gemacht:


Selbstverständlich auch viel im Garten gespielt:


Und dann verabschiedeten Lotte-Papa und ich uns gegen 20 Uhr. Wir wussten gar nicht so recht was wir machen sollte. Ein komisches Gefühl so ganz ohne Kind im Auto.

Also fuhren wir erstmal zu McDonalds ein Eis essen *lach*


Dass es unserem Lottchen gut geht, wussten wir, doch musste ich immer an meine Maus denken.

Einschlafen ohne sie war komisch... aber: Ich schlief durch, fast bis halb 10 am nächsten Tag. Das hatte ich ja seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Und das tat gut. Oma und Opa hatten sich noch nicht gemeldet. Klar, das war ein gutes Zeichen, aber wartete ich doch sehnsüchtig auf Nachricht von unserem Mädchen.

Und dann bekam ich Bilder vom Frühstückstisch, Lotte aß genüsslich ein Marmeladenbrot.


Dann ging es zum Spielplatz...


... und auf einen Bauernhof.

Meine Sehnsucht wuchs - und Lottchens langsam auch.

So trafen wir uns dann Nachmittags zum Eis essen und ich schloß mein Mädchen wieder in meine Arme.

Sie hat das Wochenende bei den Großeltern toll gefunden - ich meinen Schlaf genossen. Doch trotzdem hab ich Lotte einfach gern bei mir in der Nähe.

Ja, ich bin eine Glucke - und glücklich ;)

Kommentare:

  1. Ich finde das gar nicht soooo Gluckenhaft. Ich glaube jeder, der sein Kind abgöttich liebt, vermisst es auch. Ich glaube gerade, weil es bei euch nicht so oft vorkommt - ist es so eigenartig.
    Aber wie ich euch schon einmal sagte, dass ändert sich, wenn man es ein paar Mal gemacht hat.

    Wir haben ein Mehrgenerationenhaus und dadurch muss meine Maus zum Glück auch nie woanders schlafen (außer vielleicht im Urlaub). Und mittlerweile ist es für sie auch kein Problem mehr mit der Oma ins Bett zu gehen. Im Gegenteil, letztens fragte sie direkt: Mama, wann gehst du mal wieder mit Papa abends weg?
    Also alles halb so schlimm ;-)

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    1. Das beruhigt mich ;)

      Und sehr cool von eurer Tochter!

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    2. Wie schon mal gesagt, meine Maus ist auch erst 3 Jahre!

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