Dienstag, 3. März 2015

Lotte-Papa berichtet: Terrible Twos - Lotte in der Trotzphase

Nun hat sie uns auch erwischt, die Trotzphase. Unser Engel testet unsere Nerven und Grenzen.

Hach, war das noch schön als Lotte als liebes und pflegeleichtes Kind durchging.
OK eigentlich ist sie das immer noch. Nur ist sie dabei sich selbst zu entdecken. Sie ist nicht Mama, sie ist nicht Papa, sie ist sie und das findet sie grade heraus. Es ist toll mit anzuschauen, wie sie Stück für Stück selbstständiger und eine eigene Persönlichkeit wird.

Toll finde ich, dass sie nun ihre Wünsche äußert "Da lang", "Pabba hier hinsetzen", "Pabba, Trinke, Durst", "Nudeln, essen, lecker", "Ein Stück Cholade" ...

Ich habe mich etwas in diese Phase eingelesen und man sollte schon den Großteil der Wünsche nachgeben, es sei denn es ist etwas Gefährliches. Hier muss man konsequent bleiben und erklären warum dies oder jenes nicht geht.

Leider hat Lotte zur Zeit für Dinge die sie nicht darf oder haben kann, gar kein Verständnis, in einer Sekunde hysterisches Gebrüll, Gestampfe und auf den Boden geworfen.

Nach einer kurzen Zeit beruhigt sie sich aber sehr schnell und das Gewollte ist vergessen oder wir konnten wie mit etwas "viel Besserem" ablenken.

An die Substanz geht es, wenn Lottes Trotzmomente dann auftreten, wenn man sie natürlich gar nicht gebrauchen kann, z.B. wenn man Termine hat und los muss.
Dann ist meistens die Jacke nicht die richtige, Anziehen scheint Folter zu sein, ins Auto MUSS selber eingestiegen werden oder wahlweise auch gar nicht, Mütze doof, Schal doof, Schuhe doof.


Und natürlich der Klassiker: "Pabba Arm!" besonders gern genommen in Situation wenn Pabba beide Arme selbst braucht. Z.B. beim Kochen oder Einkaufen. Das war schon ein tolles Training als ich mit Lotte auf dem Arm, Einkaufsliste und Wagen in der anderen Hand durch den Supermarkt düste.

Das lustigste Beispiel aus dieser Phase: Lotte hat ein der Krippe das Igellied gelernt, dazu muss man irgendwas mit den Hände machen, damit sie aussehen wie Igel. Wir machten das Lied an und sie formte ihre Hände und sagte "Pabba auch". Ich versuchte meine Hände so wir ihre zu formen.
"Nein so, pabba" - "So?", "NEIN, so" - "So?" - "NEEEIIIINNN" ... Gebrüll und auf den Boden geschmissen. Ich drei Fragezeichen am Kopf :-)

Mittlerweile bin ich schon ganz gut darin zu erahnen, wann der nächste "Ausbruch" ansteht, und kann ihn durch Ablenkung unterbinden. Aber es ist schon ein ganz schöner Drahtseilakt, an den Wutausbrüchen vorbei zu schiffen.

Keinen Spaß verstehen wir, wenn Lotte meint ihr Wut an den Hunden oder uns auszulassen, da gibt es klare Worte und sie wird sofort aus der Situation genommen.

Wir hoffen das wir schnell durch diese Phase kommen, mit viel Verständnis vor Lotte, Nerven aus Stahl und ganz viel Liebe für unseren kleinen  (B)Engel.

Wie seid ihr durch die Terrible Twos gekommen oder steckt ihr auch mittendrin ? Berichtet doch gern von euren Erfahrungen und erzählt uns eure Tricks ;)

Euer Lotte-Papa

Kommentare:

  1. Und das bleibt jetzt bis sie auszieht:)
    Ich wünsche euch gute Nerven und Durchhaltevermögen!

    lieben Gruß
    Simone

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  2. Ganz ehrlich, es hört leider nicht mit dem 3. Geburtstag auf.
    Bei unserer Großen wurden die Trotzanfälle zwar seltener, aber wenn sie dann auftreten, auch gerne mal 30 min Geschrei, sich auf den Fliesenboden schmeißen, schreien bis zum Würgen (kurz vorm Erbrechen) und dann versuchen den richtigen Moment zu erwischen und sie ganz fest in den Arm zu nehmen und auf ein Schlag ist alles vorbei.
    Sie fragt dann hinterher, warum ihre Knie so weh tun. (Ja so eine Fliese tut weh) aber im Zorn ist sie wie in ihrem Tunnel und nimmt kaum was wahr.

    Aber gebt die Hoffnung nicht auf, es muss ja nicht so heftig werden. Vielleicht ist es nur eine kurze Phase und Lotte ist danach nur noch ein Engel mit ihren süßen blonden Locken.

    LG Nadine

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    1. Das es nicht mit dem 3. Geburtstag aufhört wissen wir wohl alle von unserer eigenen Kindheit :-) Aber so langsam werde die "Ausbrüche" weniger und auch nicht mehr so heftig.

      Aber Schreien bis zum Würgen ist auch schon heftig :-(

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  3. Wir fahren mit folgender Strategie sehr gut: Wenn etwas nicht passt, sagen wir zu unserem Sohn z.B. "Ich verstehe, dass du gerade sauer bist, weil du jetzt keine Schokolade bekommst. Aber wir essen gleich zu Abend, deswegen gibt es jetzt vorher keine Süßigkeiten mehr." Meisten sieht er sowas dann ein und ist froh, dass man ihn und seine Gefühle versteht. Und ganz ehrlich gesagt, manchmal muss man ihn auch einfach schreien lassen und das aushalten. Immer nur ablenken finde ich nicht gut. Und ich halte auch gar nichts davon, den meisten Wünschen der Kinder nachzugeben. Es gibt einfach Grenzen und Regeln, die alle Familienmitglieder einhalten müssen. Lieber stelle ich bei einfachen Dingen mehrere Sachen zu Auswahl, dann fühlt sich mein Sohn ernst genommen und ist stolz, dass er Dinge entscheiden darf. Z.B. welches der zwei TShirts magst du anziehen, willst du die blaue oder grüne Zahnpasta, magst du Kiwi oder Banane etc.

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    1. super, dass ihr einen passenden Weg für euch gefunden habt :)

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  4. Wir sind im Moment in einer ruhigeren Phase (schnell dreimal auf Holz klopf und über die Schulter spuck). Vor 5 Monaten (mit 1 3/4) war es mal richtig heftig. Ausgerechnet im Urlaub. Ständig diese Ausraster mit Wüten, um sich strampeln und einmal sogar Erbrechen. Nach 4 Wochen war der Spuk vorbei und seitdem gab es mal 1, 2 Wochen etwas motzigeres Verhalten, aber keine ganz extremen Ausbrüche mehr.
    So wie Jessy regeln wir es auch: Ich sage, ich weiß, du willst XYZ. Aber das geht jetzt nicht. Mittlerweile versteht sie so viel und hat eben auch gelernt, dass ihre Bedürfnisse nicht immer zwingend erfüllt werden können. Wir versuchen aber schon, ihre Meinung als vollwertig zu nehmen. Wenn sie lieber ihre Hello Kitty Schluppen anziehen will, dann soll sie das. Wenn sie lieber drinnen Duplospielen will, dann gehen wir halt nicht zum Spielplatz. Sie muss dann mit der Konsequenz leben, dass es um 19 Uhr dann eben keinen Spielplatz mehr gibt.

    Ich wünsche euch gute Nerven. Ich habe mich in den Situationen oft nach innen orientiert und auf Durchzug geschaltet (wenn sie getröstet werden will, dann wird sie das natürlich, aber im abosluten Motzkampf war eh kein Durchkommen). Dann konnte ich ruhig bleiben.

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    1. Nach innen orientieren, finde ich einen guten Tipp, das leben wir auch. Viele Grüße

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  5. Ach ja, unsere Kleine ist auch mitten drin. 23 Monate alt. Gebrüll, schreien bis es einen Würgereflex gibt. Das kenne ich auch nur zu gut. Aber was soll man machen?

    Ruhe bewahren, auch wenn es nicht leicht ist. Mir macht es zb nichts aus, wenn sie sich in der Öffentlichkeit auf den Boden schmeißt :) Ist halt so und dauert auch nicht lange. Wenn sie sieht, dass andere Personen zugucken, dann steht sie schnell wieder auf *lach*

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  6. Gute Nerven wünsche ich, Mulle steck da auch Mitten drin. =)
    Besonders Zeitdruck am Morgen und dann anziehen müssen, ist schrecklich!!! ;)

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