Samstag, 6. April 2013

Hebamme: Ja oder nein?

Wie so oft, ist dies auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Aber ich muss für mich sagen, dass ich froh bin, dass ich eine Hebamme habe.
Leider habe ich es verpasst, bei ihr die Vorsorge während der Schwangerschaft zu machen. Doch ich war ja bedingt durch die Risikoschwangerschschaft mindestens alle zwei Wochen beim Frauenarzt oder im Krankenhaus.

Gefunden habe ich meine Hebamme über das Internet. Natürlich ist das nicht der schönste Weg, gern hätte ich auch auf Empfehlungen aus meinem Umfeld vertraut, doch meine Freundinnen oder Bekannten leben alle in unserer Heimatstadt, die ca. 40 km von uns entfernt ist. Somit musste also das Internet herhalten.

Wichtig war mir, dass die Hebamme ungefähr in meinem Alter ist, nicht zu "esoterisch" oder abgehoben ist und auch mal Tacheles reden kann und nicht alles rosarot sieht. Zudem wollte ich auch einen Geburtsvorbereitungskurs absolvieren. Schwangerschaftsbegleitende Akkupunktur wollte ich auch gern in Anspruch nehmen. So fand ich dann meine Hebamme Tanja.

Nützlich ist auch diese Suchmaschine: www.hebammensuche.de

Kennengelernt habe ich meine Hebamme Ende August, sie besuchte mich bei mir. Wir quatschten ein wenig, sie guckte sich den Mutterpass an und ich klopfte ein wenig das Angebot von ihr ab. Die Akupunktur hätte ich bei ihrem Mann machen können, der Arzt ist.
Allerdings war mir die Praxis zu weit weg, aber sie empfahl mir ihre Kollegin, die dann später auch in der Nachsorge ab und an zu uns kam, wenn Tanja verhindert oder im Urlaub war. Sehr praktisch, denn auch die Akupunktur-Hebamme war jung und man konnte gut mit ihr plaudern.

Der Geburtsvorbereitungskurs fand im Dezember statt, es handelte sich hierbei um einen Wochenendkurs. Erst war ich etwas enttäuscht, da ich gern über einen längeren Zeitraum einen Kurs einmal wöchentlich besucht hätte. Aber der Kurs war trotzdem toll, zumal wir nur drei Pärchen waren.

Auch bot meine Hebamme Yoga an, nur fand der Kurs damals schon statt und ich konnte nicht mehr einsteigen. Den Schwangerschafts-Yoga-Kurs absolvierte ich dann in einer Yoga-Schule und war davon auch sehr begeistert.

Meine beiden Hebammen arbeiten auch beide in der Klinik, wo ich entbunden habe. Dort trafen wir uns während der Schwangerschaft auch ab und an. Es war immer schön und ich hatte so ein gutes Gefühl.
Natürlich hoffte ich, dass eine von beiden durch Zufall vielleicht bei der Geburt von Lotte dabei wäre, dem war nicht so. Allerdings war meine Geburts-Hebamme auch ganz toll und ich konnte mich extrem gut fallen lassen.
Praktisch war dann aber, dass während meines Krankenhausaufenthalts nach der Geburt, die beiden dann ab und an vorbei geschaut haben und mir schon da Tipps zum Stillen gegeben haben.

Am zweiten Tag Zuhause begann dann auch die Arbeit der Nachsorge-Hebamme. In den ersten Tagen, kam Tanja auch täglich. Erst dachte ich, dass mich das stören würde. Aber sie sagte auch, dass ich mich nicht aufhübschen müsse und auch einen ungemachten Haushalt übersieht sie und das wäre eh ein Zeichen, dass es uns gut ginge und wäre ihr auch lieber. Hauptsache wir geniessen die Zeit mit unserer Tochter.
Natürlich machte ich mich trotzdem morgens frisch.
Da wir auf dem Land wohnen, steckte ich immer den Schlüßel außen ins Schloß, so dass sie sich alleine reinlassen konnte. Mein Mann hatte die ersten 14 Tage Urlaub und ging derweil mit den Hunden spazieren.

Bei den Hebammenbesuchen wurde standardmässig das Gewicht von Lotte kontrolliert, meine Naht begutachtet und ich konnte jegliche Fragen stellen. Mein Mann und ich führten eine Liste, immer wenn uns eine Frage einfiel, dann schrieben wir diese auf. Und wir hatten VIELE Fragen.
Ich entschied mich auch, nicht mehr zu googlen, sondern nur noch auf den Rat von Tanja zu hören, denn ich vertraute ihr gänzlich und so hatten wir nur noch eine Meinung...

Besonders hilfreich war meine Hebamme beim Thema Stillen. Zwar hatte ich genug Milch, aber unsere Tochter ist sehr ungeduldig und auch meine Brust war am Anfang sehr empfindlich, so dass ich Stillhütchen im Krankenhaus bekam. Und diese wieder dem Kind abzugewöhnen hat eine Ewigkeit gedauert, doch auch das haben wir geschafft! Zudem kannte sie einige Hausmittel und Salben, die meiner geschundeten Oberweite gut tat.

Schön war auch, dass ich einfach mal mein Herz ausschütten konnte. Dank der Hormone überkommen einem einfach sehr seltsame Gedanken. So hatte ich einen ganz schlimmen Albtraum, den ich mit der Hebamme besprochen habe, so ging es mir dann auch schnell besser.
Sie bestärkte mich auch positiv, dass wir alles prima machen. Denn ab und an zweifelte ich einfach, weil ich dachte, dass wir zu locker mit der Kleinen umgingen.

Am Dienstag war Tanja bei uns und schenkte Lotte ein Käthe Kruse Rasseltier aus der Resi Kollektion, die ich ja sooo toll finde.


Das wusste sie gar nicht und hatte das Tierchen von allein ausgesucht. Ich sag ja, wir liegen auf einer Wellenlänge ;)
Selbstverständlich haben wir auch eine Kleinigkeit (Amazon Gutschein und Lindt Sckokolade) für sie, diese bekommt sie in der kommenden Woche bei ihrem letzten Besuch. Ich bin wirklich etwas traurig, dass die Betreuung dann vorbei ist. Ich werde die Ratschläge vermissen... Aber ich weiß, dass ich sie jederzeit anrufen kann.
Und ich werde sie bei der Rückbildung wiedersehen, diese wird allerdings erst später stattfinden, da noch nicht genug Frauen zusammen gekommen sind.

Wie gesagt, jeder muss für sich entscheiden, ob er eine Hebamme in Anspruch nehmen möchte.
Ich würde immer wieder eine Nachsorgehebamme in Anspruch nehmen, zumal die Krankenkassen diesen Service zahlen. Und wenn ich keine Risikoschwangerschaft gehabt hätte, wäre es auch schön gewesen, wenn einige Vorsorgetermine von der Hebamme hätten gemacht werden  können.

Ich bin gespannt, wie eure Meinung bzgl. einer Hebammenbetreuung ist. Hinterlasst gern Kommentare dazu!


Kommentare:

  1. Ich hatte in meiner ersten Schwangerschaft eine Hebamme zur Vor- und Nachsorge, und ich wollte sie wirklich nicht missen, vor allem zur Nachsorge. Geburtsvorbereitung habe ich damals nicht gemacht, ergab sich zeitlich einfach nicht, war aber auch nicht schlimm, die Geburt habe ich dennoch gemeistert wie ein alter Hase. ;o) Nun bin ich zum zweiten Mal schwanger, und ganz kurz stellte ich mir die Frage, ob ich wirklich wieder eine Hebamme bräuchte. Verwarf ich aber schnell, denn natürlich möchte ich wieder eine haben. Vor allem für die erste Zeit nach der Geburt. Gewichtskontrolle, Nabel, die eigenen Nähte und der Verlauf der Rückbildung, ich fühle mich einfach sicherer, wenn wir noch ein wenig umsorgt und betüddelt werden. ;) Und Gespräch mit einer Fachfrau finde ich auch wichtig, vor allem, wenn einen die Hormone überkommen und man mit Babyblues oder gar einer richtigen Depression zu tun haben sollte. Geburtsvorbereitung werde ich auch dieses Mal nicht machen, ich weiß ja noch, wie es geht. ;o)
    Liebe Grüße,
    Rebecca

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab mir auch eine Hebamme übers Internet gesucht und hab sie gestern kennengelernt. Ein bisschen aufgeregt war ich vorher, aber sie ist sehr sehr lieb und kompetent und ich hab mich wirklich gut aufgehoben gefühlt, das war toll. Ich denke das wird eine gute Zeit werden :)

    AntwortenLöschen
  3. Ich hatte auch bei beiden eine ( die gleiche ) Hebamme.
    In meiner ersten Schwangerschaft war es schon toll sie zu haben und jetzt für die zweite und die Nachsorge kam sie sogar zu mir, obwohl ich in eine andere Stadt gezogen bin ( die eigentlich nicht mehr zu ihrem Gebiet gehört )
    Ich hatte sie gerne hier, und ich glaube sie war auch gerne hier, hat zumindest immer ganz viel Zeit und tolle Ratschläge im Gepäck gehabt.
    Von mir aus könnte sie das ganze erste Jahr regelmäßig kommen, Tipps gerade beim ersten wenn es um den ersten Brei etc. geht kann man ja immer brauchen ;-)
    liebe Grüße
    Caro

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Erfahrungen!

    Ich hoffe, dass vielleicht noch ein paar diese positiven Eindrücke bestätigen.

    Viele Grüße!

    AntwortenLöschen
  5. ich habe bei beiden Kindern eine Nachsorgehebamme gehabt, mit ein paar Vorsorge-kennenlerntermine. beide waren nett. aber mehr auch nicht. Ich bin der zweiten unendlich dankbar, dass sie ein Bili-Bett (http://www.medela.com/DE/de/breastfeeding/products/phototherapy/bili-bed.html) hatte und wir somit trotz erhähtem Bilirubin-Wert nicht zurück in die Klinik mussten. Aber ja... mehr eben nicht. keine persönliche Bindung, keine Wellenlänge.

    Wichtig finde ich eine gute Hebammenbetreuung aber trotzdem. Wieviel man davon dann mitnimmt, ist ja jedem selber überlassen.

    AntwortenLöschen
  6. Ich habe bei allen 5 Kindern die Gleiche gehabt, unsere Bärbel <3 ich liebe sie einfach. Groß, breit und eine noch größere Klappe. Wenn es passt ist es einfach herrlich :)

    AntwortenLöschen